Kinderversorgung

Augenprothesen für Kinder nach Retinoblastom

Es gibt verschiedene Gründe, die dazu führen können, dass bereits im Kindesalter eine Augenprothese notwendig wird. Eine mögliche Ursache für den Augenverlust ist das Retinoblastom. Hier erfahren Sie, was genau ein Retinoblastom ist und wie man es erkennt. Lesen Sie, wie es behandelt wird und wie die Versorgung mit einer Augenprothese nach einem Retinoblastom abläuft.

Was ist ein Retinoblastom?

Ein Retinoblastom ist ein bösartiger Tumor, der in der Netzhaut (Retina) des Auges entsteht. Es handelt sich um eine Krebserkrankung, die fast ausschließlich Kinder befällt. Meist tritt ein Retinoblastom bereits im Säuglings- oder Kleinkindalter auf. Weltweit erkrankt etwa eines von 20.000 Kindern an einem Retinoblastom (Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft). Es kann nur in einem Auge oder auch beidseitig auftreten.

Das auffälligste Anzeichen für ein Retinoblastom ist die so genannte Leukokorie. Damit ist ein deutliches weißes Leuchten der Pupille gemeint, das im Normalfall auf Fotos sichtbar wird. Aber auch Schielen oder eine sichtbare Veränderung des Auges können unter Umständen Hinweise auf ein Retinoblastom sein. 

Bedeutet ein Retinoblastom immer, dass das Auge entfernt werden muss?

Bei einem Retinoblastom gibt es verschiedene Therapieoptionen, die eingesetzt werden können, um das Sehvermögen des Kindes zu erhalten. Dazu zählen beispielsweise Chemotherapie, Laserbehandlungen oder Kryotherapie. Je nach Größe, Lage und Ausbreitung des Tumors können diese Therapien durchaus erfolgreich sein. Häufig ist jedoch eine Enukleation – also die Entfernung des betroffenen Augapfels – die in diesen Fällen einzige und beste Möglichkeit, um den Krebs zu stoppen. In der westlichen Welt liegt die Überlebensrate nach einem Retinoblastom heute bei mehr als 95 %.

Augenverlust bei Kindern – Ocularisten helfen, wenn sich alles verändert

Mit einer Enukleation ändert sich das Leben der gesamten Familie erheblich. Viele offene Fragen stehen nun im Raum: Woher bekommen wir eine Augenprothese? Wie lernen wir, mit der Prothese – und mit dem Verlust des Auges – umzugehen? Wie finden wir zurück in ein normales Leben? Ocularistische Institute sind für betroffene Familien die erste Anlaufstelle rund um all diese Fragen.

Üblicherweise wird direkt nach der Operation noch in der Klinik ein vorübergehender Platzhalter eingesetzt, um die Augenhöhle in Form zu halten. Etwa 10 bis 14 Tage nach dem Eingriff sollte die erste individuelle Augenprothese angepasst werden. Vereinbaren Sie daher am besten so bald wie möglich nach der Operation einen Termin zur Erstversorgung bei einem ocularistischen Institut in Ihrer Nähe. Alle unsere Behandlungsorte finden Sie hier.

Versorgung von Kindern mit Retinoblastom

Die erste Augenprothese nach einem Retinoblastom

Die Anpassung der ersten Augenprothese tut nicht weh und gibt Ihnen und Ihrem Kind ein Stück Normalität zurück. Glas- oder Kunststoffprothese? Beides ist möglich. Die beiden Materialien haben spezifische Vor- und Nachteile, die von Fall zu Fall abgewogen werden müssen. Je nach Material unterscheidet sich der Prozess der Herstellung. Während Prothesen aus Glas in der Regel nach 1-2 Stunden gleich mitgenommen werden können, dauert die Herstellung einer Kunststoffprothese mehrere Tage. Dafür überzeugt die Augenprothese aus Kunststoff durch ihre Stabilität.

Augenprothesen und Wachstum: neue Schuhe – neues Auge

In der ersten Zeit nach der Operation schwillt die Augenhöhle noch weiter ab, wodurch zusätzlicher Raum frei wird. Daher muss die Prothese bereits nach 1–2 Monaten zum ersten Mal angepasst oder ausgetauscht werden. Und auch in den kommenden Jahren werden Sie Ihr ocularistisches Institut häufiger von innen sehen. Denn Ihr Kind wächst, und so muss auch die Augenprothese regelmäßig erneuert werden. Im Kleinkind- und Kindergartenalter sind zwei bis vier Neuanpassungen pro Jahr normal. Als Faustregel gilt: neue Schuhe – neues Auge. Ab der Einschulung ist dann erfahrungsgemäß nur noch etwa eine neue Augenprothese pro Jahr notwendig.

Medizinisch und menschlich gut versorgt

Wenn Ihr Kind von einem Retinoblastom betroffen ist, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Die Deutsche Ocularistische Gesellschaft (DOG) und ihre Partnerinstitute sind Profis für die Versorgung von Kindern mit Augenprothesen. Gemeinsam helfen wir Ihnen und Ihrem Kind dabei, so schnell wie möglich zurück in den Alltag zu finden. Mit viel Expertise und langjähriger Erfahrung begleiten wir Sie auf dem Weg – sowohl medizinisch als auch menschlich.

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